Vom Schweiß zur Schaumkrone – wie ein Gmundner die Bierwelt aufmischt.
Michael Stoabn wurde nicht mit einem Braulöffel in der Hand geboren – sondern mit einem Schraubenschlüssel. Aufgewachsen in Gmunden, wo die Luft nach See, Sommer und gelegentlich nach frisch gemähtem Heu riecht, begann er seine Laufbahn als Mechaniker...
Doch tief in seinem Inneren gärte etwas. Nein, kein Reflux – ein Traum. Der Traum von einem Bier, das nicht aus dem Hochregallager kommt, sondern aus dem Herzen. Ein Bier, das man nicht kippt, sondern genießt. Eins, das Opa stolz gemacht hätte.
Es war ein lauer Sommerabend. Michael saß im Garten, ein Glas in der Hand, und fragte sich: „Warum schmeckt das eigentlich alles gleich?“ Da fiel es ihm wie Malz in den Bottich: „Ich mach mein eigenes Bier. Punkt.“
Fortan wurde das Gartenhäuschen zur Braustube, die Badewanne zum Gärfass (fragt nicht) und Michaels Spotify-Verlauf bestand zu 80 % aus „Hefe-Jazz“ und „Omas Rezepte für Männer mit Bart“.
„Ich hatte keine Ahnung, was ich da tat – aber verdammt, es hat geschäumt wie beim ersten Kuss!“
Was als Hobby begann, wurde bald zum Herzensprojekt. Michael las sich durch alte Braubücher, sprach mit pensionierten Braumeistern und baute seine eigene kleine Brauerei – direkt am Waldrand. Die Zutaten? So lokal, dass sie teilweise noch mit dem Traktor gebracht werden.
Hopfen vom Nachbarn, Braugerste vom Feld gegenüber und Wasser, das so rein ist, dass selbst Esoteriker nicken würden. Keine Konservierungsstoffe, keine Filtertricks, keine Kompromisse.
Heute steht „Stoabn Bräu“ für Bier mit Charakter – mal würzig, mal sanft, immer ein bisschen stur. Wie der Michael selbst. Er sagt:
„Ich will kein Bier für jeden machen – nur für alle, die’s ernst meinen mit dem Geschmack.“
Und so kommt es, dass in einem kleinen Dorf bei Gmunden jeden Freitag der Duft von Hopfen durch die Gassen zieht. Dass Menschen anstoßen – nicht nur auf den Feierabend, sondern auf das echte Leben. Und dass Michael Stoabn beim Brauen manchmal in den Kessel schaut und leise murmelt: „Des g’fällt dem Opa.“
Michael Stoabn